Kofler Stiftung Bozen- die Geschichte

Giuseppe Pantozzi schreibt im Buch "Die öffentlichen Führsorge- und Wohlfahrtseinrichtungen in Bozen, dass im Jahr 1847 ein Bürgerkomitee bestehend aus dreizehn Damen, ein Kindertagesheim in der Bozner Pfarrgasse gegründet hat.
Ziel dieser Kleinkinderbewahranstalt war, - wie sie damals genannt wurde
a) Die Betreuung von Mädchen und Knaben zwischen drei und sechs Jahren, deren Eltern der Aufsichtspflicht nicht nachkommen konnten und
b) den betreuten Kindern Grundkenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen beizubringen.
Aber bald nach seiner Eröffnung, übersiedelte der Kindergarten mit finanzieller Unterstützung der Erzherzogin Elisabeth von Österreich in die Maurergasse, (heute Wangergasse 22).
Am 1. Juni 1855 wurden die Klosterfrauen des Ordens der Barmherzigen Schwestern von Zams mit der Leitung der Einrichtung beauftragt, die gemäß dem Wohlfahrtsgedanken der Stiftung, den Großteil der Kinder unentgeltlich aufnahm.
Die ärmsten unter ihnen bekamen eine Jause aus Brot und Früchten, während die Kinder aus weniger armen Familien ihre Jause in einem Körbchen von zu Hause mitbrachten.
Die Vereinbarung verpflichtete die Ordensschwestern "den Kleinen vom untersten Alter an die Grundsätze der Religion, der Ordensliebe und Tugendhaftigkeit einzuflösen sowie dieselben vor schlechter Gesellschaft zu bewahren und auf die Schule vorzubereiten".
Die Schwestern kümmerten sich aber auch um verwahrloste Kinder bis zum zwölften Lebensjahr. Auf diese Weise entwickelte sich parallel zum Kindergarten ein Waisenhaus für Mädchen.
Eine der eifrigsten Wohltäterin der Stiftung war Frau Wilhelmine Grätzl von Kofler die am 14. April 1866 verstarb und dem Institut die Hälfte ihres Vermögens - es handelte sich dabei um zahlreiche landwirtschaftliche Grundstücke - vermachte.
1967 zog der Kofler- Kindergarten ein zweites Mal um, diesmal in die Hintergasse - heute Vintlerstraße - wo für Kinder und verwaiste Mädchen auch ein eigener Theatersaal eingerichtet wurde, wo alljährlich Theaterveranstaltungen stattfanden.
Unter dem Faschismus verging die Zeit ohne nennenswerte Vorkommnisse, allerdings lag der Unterschied zu Früher, dass aus der Kleinkinderbewahranstalt eine Öffentliche Fürsorge und Wohlfahrts- Einrichtung wurde.
Gegen Ende des zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude bei einem Fliegerangriff zerstört, wobei glücklicherweise das Institut vorher evakuiert werden konnte.
Der Umsicht der Barmherzigen Schwestern und aber auch der öffentlichen Hand ist es zu verdanken, dass nach Kriegsende das Institut seine Tätigkeit wieder aufnehmen konnte. Von den ehemals 35 Schwestern versahen aber nur mehr vier Schwestern - unter der Leitung von Schwester Oberin Lucrezia Mellauner - ihren Dienst im Kofler- Heim.
Sie kümmerten sich um den Kindergarten und das Mädchenheim.


Umbau
Von Beginn an, wurde der Umbau dieses Hauses von Polemiken begleitet, nicht nur weil auf Grund neuer Sicherheitsbestimmungen das Gebäude des Kofler- Kindergarten einer umfangreichen Sanierung unterzogen werden musste, sondern weil der Stiftungsrat vor einer großen Entscheidung stand: soll die Struktur weiter ihre ursprüngliche Zweckbestimmung beibehalten, oder in ein Mädchenheim umgewandelt werden.
Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus wäre die zweite Lösung die bessere gewesen, aber moralische Bedenken haben doch noch zu einem Umdenken bewegt.
Eine für alle Seiten befriedigende Lösung konnte gefunden werden, indem die Gemeinde Bozen den ersten Stock des Gebäudes anmietet und den Kindergarten in Eigenregie führt. Die Stiftung übernimmt die Führung des Mädchenheimes, in dem vor allem Oberschülerinnen untergebracht sind.

Im Laufe der Arbeiten wurde festgestellt, dass bis auf die Außenmauern, das gesamte Haus von Grund auf erneuert werden musste, wobei nicht nur auf die Baufirma sondern auch den Bauleiter große Probleme hinzu kamen.

Glücklicher Weise konnten aber trotz Verzögerungen die Arbeiten termingerecht abgeschlossen und das Haus zu Schulbeginn Herbst 2008 eröffnet werden.
So hat nun der Kindergarten einen eigenen Zugang über den hauseigenen Park, während die im Heim wohnenden Mädchen in den übrigen Stockwerken untergebracht sind.

Um das Haus besser aus zu lasten, bieten wir ab dem Schuljahr 2009/2010, zusätzlich zum Mädchenheim eine Nachmittags-Schülerbetreuung für zirka 10-15 Kinder und Jugendliche an, die unter Aufsicht hier nicht nur ihre Hausaufgaben machen, sondern auch ihre Freizeit verbringen können.

Selbstverständlich wird die Anstalt ihren religiösen Charakter beibehalten, nicht nur weil das Haus vor dem Umbau eine Art Kloster mit eigener Klausur war, sondern weil es im Sinne der Wohltäterin Frau Wilhelmine Kofler weitergeführt werden soll.
Mädchenheim Kofler Stiftung - Vintlerstraße 12/14 - 39100 Bozen - Tel.0471 976716 - Fax 0471 327161 - info@koflerstiftung.it
sitemap | copyright | Firmendaten
deutsch | italiano
Mädchenheim Kofler Stiftung